h1

Gespannt auf eine fremde Welt

Juni 26, 2008

Die Siegburgerin Julia Solf will drei Monate Straßenkinder in Hanoi unterrichten

Für drei Monate nach Vietnam, um dort Straßenkindern in eine gerechte Zunkunft zu helfen: Das ist der Weg, den die Siegburgerin Julia Solf nach dem Abitur einschlagen will. Bereits vor einem halben Jahr hatte die ehemalige Schülerin des Alleestraßen-Gymnasiums überlegt, wie sie die drei Monate zwischen Abitur und Studium sinnvoll nutzen kann. Sich sozial engagieren und dabei etwas ganz Neues kennen zu lernen, stand für sie im Vordergrund. Im Internet stieß Julia auf die Organisation „Solidartiés Jeunesses Vietnam“. Die betreibt mehrere soziale Projekte für benachteiligte und arme Straßenkinder. Julia Solf entschied sich für einen Freiwilligendienst in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams. Die 19-jährige wird in einer „Youth House School“ arbeiten. Die Schule bietet den Kindern nach dem Unterricht auch eine Nachmittagsbetreuung, ein warmes Mittagessen und – für uns eigentlich selbstverständlich – auch vernünftige sanitäre Anlagen.

Julia wird die Kinder in Englisch unterrichten, mit ihnen spielen, gemeinsam mit anderen Freiwilligen das Mittagessen zubereiten und die Kinder mit Hygieneregeln vertraut machen. Die Vielseitigkeit ihrer Aufgaben schätzt die Siegburgerin dabei besonders, und auch der Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen. Denn mit Freude gibt sie seit zwei Jahren auch Nachhilfestunden.

Untergebracht ist sie in einem Bungalow in der Nähe der Schule. Hier lebt sie mit 15 anderen Freiwilligen aus verschiedenen Ländern. Ihr Zimmer wird sich Julia mit mehreren Mädchen teilen, und um ihre Versorgung muss sie sich selbst kümmern. Die Siegburgerin freut sich darauf, die Freiwilligen kennen zu lernen und mit ihnen eine Gemeinschaft zu bilden. NAtürlich will sie auch die Großstadt Hanoi erkunden und hofft auf viele interessante Bekanntschaften wie auch auf neue Erfahrungen und Eindrücke von einer ihr völlig fremden Welt.

Klar: Sie hat auch ein bisschen Angst. Vor der Sprachbarriere zum Beispiel und der vietnamesischen Mentalität. Aber ihr Mut und ihre Neugier haben sich schon einmal bewehrt. Mit 16 nahm sie an einem SChüleraustausch nach Spanien teil, obwohl sie lediglich die Grundlagen der Sprache beherrschte. Nach einem Jahr kam sie nicht nur als Spanisch-Ass ihres Jahrgangs, sondern auch mit vielen positiven Erfahrungen wieder. So blickt Julia voller Vorfreude auf die kommenden Monate in Hanoi. Auch wenn sie eines an ihrer Heimatstadt besonders vermissen wird: Im Sommer mit ihren Freunden die Ruhe an der Sieg zu genießen.

(Text von Kerstin Schäfer, Rundschau)


Kommentar schreiben